„Die Seelen sind verklebt“ „Sind Sie verblendet?“

Aktivisten überschütteten ein Gemälde von Gustav Klimt mit Farbe. Wir baten den Klimaschützer Florian Wagner und Museumsdirektor Hans-Peter Wipplinger zum Streitgespräch über Kunst und Protest

Daniela Krenn, Matthias Dusini
FEUILLETON, FALTER 47/22 vom 22.11.2022

Florian Wagner (l.) bekam von Direktor Hans-Peter Wipplinger (r.) Hausverbot (Fotos: Christopher Mavrič)

Am 15. November schütteten im Leopold Museum Klimaaktivisten eine ölartige Flüssigkeit auf ein Gemälde von Gustav Klimt. Es ist die jüngste einer Serie von Aktionen, bei denen die Schutzgläser von Kunstwerken beschmiert werden, um Aufmerksamkeit auf die Klimakrise zu lenken.

Die Gruppe Letzte Generation bekannte sich zu dem Vandalismus. Der Protest richte sich auch gegen das Energieunternehmen OMV, welches das Leopold Museum sponsert, schreiben die Klimaschützer. Am Abend der Tat gab es freien Eintritt, ein Angebot an das Publikum, das von der OMV unterstützt wird.

Der Falter setzte sich zwei Tage nach der Aktion mit dem Ökonomen Florian Wagner, der im Museum das Öl verspritzte, und Leopold-Museum-Direktor Hans-Peter Wipplinger zusammen, um über Protestformen und ökologische Anliegen zu diskutieren. Auch in der Redaktion gehen die Meinungen auseinander. Manche sympathisieren angesichts der Untätigkeit der Politik mit dem Protest, andere lehnen Gewalt gegen öffentliche Orte wie Museen ab. Der Ärger über den Angriff wirkte nach. Zu einem gemeinsamen Foto mit Wagner stellte sich Wipplinger zwar zur Verfügung, ein Handschlag war aber nicht drin.

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