Ludwigs Lieblingswerbeagenturen

Die Stadt Wien gab 2021 knapp drei Millionen Euro für Kreativagenturen, Produktion und Rechte aus. Davon flossen knapp 50 Prozent in Kampagnen, die von SPÖ-nahen Werbern geführt wurden. Kein Zufall

Soraya Pechtl
MEDIEN, FALTER 47/22 vom 22.11.2022

Foto: Screenshot Stadt Wien

Finden Sie den Unterschied? Zwei Bilder: Auf beiden sind rechts Menschen zu sehen, links daneben ein Schriftzug in schwarzer Farbe. „Fake Haare statt Fake News“, steht auf dem einen. „Tschau mit Au, Corona“, auf dem anderen. Auf den ersten Blick ähneln sich die Stadt-Wien-Kampagne zur Bekämpfung von Fake News und die Kampagne für die Corona-Drittimpfungen sehr. Auch auf den zweiten Blick sind die Unterschiede kaum zu erkennen. Für beide wurden dieselben Werbemittel verwendet: Print-Sujet, TV- und Hörfunk-Spot, Online- und Außenwerbung. Beide liefen in etwa gleich lang: drei und vier Wochen. Und beide sind im klassischen Stadt-Wien-Design gestaltet.

In einem Punkt unterscheiden sich die beiden Kampagnen aber gewaltig: bei den Kosten für Agenturleistungen, Produktion und Rechte. Für die Kampagne zum dritten Stich von der Werbeagentur KTHE hat die Stadt 135.000 Euro bezahlt, fast doppelt so viel wie für die Fake-News-Kampagne der Agentur Obscura. Für sie hat das Rathaus 74.000 Euro veranschlagt.

Ähnliches ist vor kurzem auch im Bund passiert. Vor einer Woche ortete die FPÖ einen „unglaublichen Skandal“. Eine parlamentarische Anfrage der Neos an Umweltministerin Leonore Gewessler (Die Grünen) hatte ergeben, dass die Grünen-Politikerin für die Energiesparkampagne „Mission 11“ bis zu 180.000 Euro für Agenturleistungen veranschlagt hat. Für die Produktion war es nochmals ein Maximalbetrag von 293.000 Euro. Die Gestaltung der Kampagne übernahm − wie so oft − die Agentur Jung von Matt, sie hatte auch den Wahlkampf von Bundespräsident Alexander Van der Bellen gemanagt. Die Kampagne wurde also an eine Agentur im „Dunstkreis der Grünen“ vergeben, wie der Abgeordnete Christian Hafenecker (FPÖ) konstatierte.

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