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An die Waffeln! Die Verteidigungsministerin lehrt das Volk kochen. Eine Grundausbildung, die wir nötig haben

Politik, FALTER 47/22 vom 23.11.2022

Wir könnten uns jetzt über Klaudia Tanner lustig machen. Wir könnten sie verspotten dafür, dass sie ein "Blackout"-Kochbuch vorgelegt hat, weil es mit ziemlicher Sicherheit nicht zum Blackout kommen wird.

Aber wir finden es gut, dass Tanner den Leuten beibringt, wie man Basics kocht. "Brotsuppe", "Eiergericht pikant", "Reisgericht", "Erdäpfelgericht", "Nudelgericht", "süßer Schmarrn". All das ohne Strom und Gas, auf dem Campingkocher. Wo lernt man das schon? Tanner trifft den Punkt: Die Österreicher können nicht mehr kochen. Sie haben es verlernt. Wer weiß schon, wie man Ham and Eggs wirklich macht und wie man ein Huhn zerlegt? Wie paniert man das Schnitzel, und wie backt man es raus? Und wie gehen Schinkenfleckerln? Der Österreicher lernt in der Schule Religion, er paukt Gerundium und Gerundiv. Aber wie man ein Gulasch ansetzt oder Zwiebeln schneidet - das lernt er nie. Klaudia Tanner hat das Volk gebildet. Vielleicht kann sie in einem nächsten Angriff nicht nur ihre Gulaschkanonen aufrüsten, sondern auch ein Kochbuch für Wiener Spitalsköche herausgeben. Die haben den Patienten ja bekanntlich den kalten Krieg erklärt.

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