Phettbergs Predigtdienst

Zur Rache ein Gansl samt Suppe

Hermes Phettberg
Kolumnen, FALTER 47/22 vom 23.11.2022

Evangelium des Christkönigsonntags im Lesejahr C: "Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan."(Lk 23,35-43)

Im Obernalber Annental entspringt der Nalber Bach, der die Obernalber Bachmühle antreibt. Er fließt seiner Wege und hört im Unternalber Seegrundstück dann irgendwo auf.

Inzwischen aber wurde Korn gemahlen und in der Nachbarortschaft Retz gibt es eine historisch sehenswerte Windmühle, die noch voll funktionsfähig wäre. Und der Retzer Wind weht für die Windmühle. Ich konnte es nicht glauben, doch irgendwo im Unternalber Seegrundstück versiegt der Nalber Bach. Neben dem Bahnhof in Retz haben sie eine gewaltig hohe neue Mühle hingebaut, ich würde sagen, eine elektrisch mahlende Mühle.

Ich kann mich nirgendwo mehr hinbewegen und könnte also nur mehr zum Unternalber "Gupferten Berg" hingetragen werden. Der Heilige Vater Papst Franziskus lässt sich ja auch überall hintragen. Mein gleichaltriger Bruder und der 87-jährige Papst -wie handhaben diese Gentlemen das mit ihren Windelhosen? Wer weiß, ob sie überhaupt Windelhosen tragen?

Weil gerade Mitte November ist, also der Martinitag war, und ich als Kind immer am Schulweg an der Schwemm vorbeimusste und dort die Gänse badeten, die mich rasend verfolgten, ess ich jetzt zum heiligen Martin immer zur Rache ein Gansl samt Suppe. Sie werden sich das überlegen, mich in Zukunft zu verfolgen. Denn der heilige Martin hat seinen Mantel in zwei Teile zerschnitten und einem Armen geschenkt. Der heilige Martin selber wohnte in einem Ganslstall. Die Welt ist ungerecht!

Soeben hab ich eine gebratene Gans gegessen und zur Rache scheint mir die Sonne mitten ins Gesicht. Was soll ich jetzt machen? Als Mittler mischt sich eine Apfelspalte höchst neutral dazwischen! Vielleicht lässt sich damit scheißen?

In Unternalb hatten wir ursprünglich zwei Wirtshäuser, den "Pilliater" und den "Prem". Und ich als Kleinkind trank immer "Traubisoda kellerkalt". Das gibt's heute vielleicht gar nimmer. Aber es gibt Gott sei Dank Frucade.

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