Neue Platten

Feuilleton, FALTER 9/2023 vom 01.03.2023

Pop

Sibylle Kefer: Hoid

"Mehr davo" heißt ein neues Lied der österreichischen Dialekt-Liedermacherin. Tatsächlich kredenzt sie mit einer knappen Stunde Laufzeit fast schon zu viel des Guten. Das ist aber Gemäckel auf höchstem Niveau: Zart und eindringlich zugleich zeichnet Kefer zu variationsreich angerichteter akustischer Intimität poetische Bilder und erzählt mit knappen Worten große Geschichten. Die Ballade dominiert, zwischendurch kommt auch mal Bewegung rein ("Oa Zeit"). Stark! (Medienmanufaktur) GS


Jazz

Jim & the Shrimps: Ain't No Saint

US-Drummer Jim Black ist ein Meister der verschleppten, gestauchten und kunstvoll verstolperten Rhythmen, ein schalkhafter und avantgardeaffiner Eklektiker. Die 13 Kompositionen seines jüngsten Albums sind höchst unterschiedlich ausgefallen. Die beiden Saxofonisten agieren mal ruppig-expressiv, mal introvertiert und zart. Erratisch zenbuddhistischer "Nimm das"-Free-Jazz wechselt mit peitschenden Grooves, süffigen Melodielinien und getragener Feierlichkeit. (Intakt) KN


Klassik

Gregor Joseph Werner: Requiem

Über Gregor Joseph Werners Werdegang ist kaum etwas bekannt. 1728 stieg der gebürtige Ybbser jedenfalls zum Hofkapellmeister bei Fürst Esterházy auf. Er hinterließ vor allem Kirchenmusik, die das Barockensemble la festa musicale nun sukzessive einspielt. Hier steht das expressive Requiem mit Solisten, Chor und Posaunenklang im Mittelpunkt. Dazu erklingen Passionsmotetten, eine Sonatina sowie ein A-capella-Miserere mit dem fantastischen Voktett Hannover. (Audite). MDA

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